Traditionelle Selbstverwaltung der Südslawen
Im Mittelpunkt der im Frühjahr 2007 begonnenen Dissertation von Jörg Heeskens am Seminar für Osteuropäische Geschichte der Universität Basel steht die Frage nach Funktion und Leistung der traditionellen, lokalen Selbstverwaltung der Südslawen.
Hat die historisch gewachsene Selbstverwaltung der Südslawen gesellschaftliche Erfahrungswerte etabliert die Serbien beim heutigen Modernisierung- und Demokratisierungsprozess hilfreich sein können?
Die südslawischen Völker organisieren sich seit mehrere Jahrhunderten durch unterschiedlichste Formen der lokalen und regionalen Selbstverwaltung. Sind dadurch gesellschaftliche Werte bzw. politische Mechanismen entstanden die Serbien und den anderen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens auf ihrem Weg in die Europäische Union unterstützen können? Kann gar die Europäische Union von den Erfahrungswerten der südslawischen Selbstverwaltung bei ihrer Suche nach subsidiärer Identität profitieren?
In diesem Zusammenhang ergeben sich weitere Fragen zu Herkunft, Funktion und Selbstverständnis der südslawischen Selbstverwaltung:
Welche Rolle spielte die slawische Kultur, welche die byzantinische Rechtstradition bei der Entstehung
und gesellschaftlichen Verankerung der lokalen Selbstverwaltung?
Wie stand und steht die autokephale orthodoxe Kirche zur Selbstverwaltung?
Ist sie einer der
Hauptgründe für ihr Entstehen?
Welche Rolle spielten gesellschaftliche Hierarchien in den vormodernen Gemeinschaften der Südslawen?
Wie machte sich Selbstverwaltung im Lebensalltag der Bevölkerung unter der Osmanischen Herrschaft bemerkbar?
Kann man von primordialer Demokratie im Zusammenhang mit traditioneller südslawischen Selbstverwaltung sprechen?
Welche Rolle spielte die Selbstverwaltung vor und während des ersten serbischen Aufstandes 1804 gegen die Osmanen?


